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Final Fantasy X
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Final Fantasy X (jap. ăƒ•ă‚Ąă‚€ăƒŠăƒ«ăƒ•ă‚Ąăƒłă‚żă‚žăƒŒX, Fainaru FantajÄ« Ten) ist ein Computer-Rollenspiel, das von Square entwickelt und veröffentlicht wurde. Es ist der zehnte Teil der Final-Fantasy-Reihe und das erste Spiel der Serie, das fĂŒr die PlayStation-2-Konsole erschienen ist. Final Fantasy X erschien 2001 in Japan und verkaufte sich weltweit 8,05 Millionen Mal.cite-ref-verkaufszahlen-1-0[1] Das Spiel gewann 2002 in Japan sowohl den PlayStation Grand Prix als auch Sonys Doppelplatin PlayStation Award (vergeben fĂŒr 2 Mio. bis 3 Mio. in Japan verkaufte Einheiten im Zeitraum Mai 2001 bis Mai 2002).cite-ref-2[2] Aufgrund dieses Erfolgs kĂŒndigte Square an, eine Neuauflage des Spiels zu veröffentlichen. Diese erschien im MĂ€rz 2014 in Europa unter dem Titel Final Fantasy X/X-2 HD Remaster fĂŒr PlayStation 3 und fĂŒr PlayStation Vitacite-ref-3[3], im Mai 2015 auch fĂŒr PlayStation 4cite-ref-4[4] und im April 2019 erstmals fĂŒr Xbox One und Nintendo Switch.

Angesiedelt in der Fantasiewelt Spira folgt das Spiel einer Gruppe Abenteurer auf ihrer Reise, um eine Kreatur namens Sin zu besiegen. Das Spiel stellt einen Wendepunkt in der Final-Fantasy-Reihe dar, da zum ersten Mal in der Geschichte der Serie keine vorgerenderten HintergrĂŒnde benutzt, sondern komplett dreidimensionale Gebiete erschaffen wurden. Auch wenn vorgerenderte HintergrĂŒnde nicht gĂ€nzlich verschwunden sind, so sind sie doch auf weniger interessante Gebiete, wie das Innere von GebĂ€uden beschrĂ€nkt.cite-ref-ign-rev-5-0[5] Zum ersten Mal wurde eine große Bandbreite an realistischen GesichtsausdrĂŒcken verwendet. Der technische Fortschritt wurde bei vielen Grafikeffekten deutlich, so konnten nun auch Abweichungen von Licht und Schatten zwischen verschiedenen Teilen der Kleidung eines Charakters dargestellt werden.cite-ref-interviews-6-0[6] Final Fantasy X ist das erste Spiel der Serie, das mit Sprechern vertont wurde und eine direkte Fortsetzung (Final Fantasy X-2) bekam.

Final Fantasy X brachte weitere wichtige Fortschritte fĂŒr die Final-Fantasy-Reihe. So wurden die Szenen entsprechend der gesprochenen Dialoge getimt,cite-ref-interviews-6-1[6] wĂ€hrend vorherige Spiele der Serie noch ĂŒber scrollbare Untertitel verfĂŒgten. Weitere VerĂ€nderungen wurden am Design der Spielwelt vorgenommen, das diesmal spezielles Augenmerk auf Realismus legt. Zudem wurden bei den Spielprinzipien altbekannte Elemente verworfen und neue eingefĂŒhrt.

Contents

‱ Allgemeines
‱ GelĂ€nde
‱ Kampfsystem
‱ Blitzball
‱ Charaktere
‱ Geschichte
‱ Ton
‱ Musik
‱ Rezeption
‱ Kritiken
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Spielprinzip

Allgemeines

Wie in frĂŒheren Spielen der Serie wird Final Fantasy X in einer Third-Person-Perspektive gespielt. Der Spieler steuert hauptsĂ€chlich den Charakter Tidus und interagiert so mit GegenstĂ€nden und Personen. Im Gegensatz zu vorherigen Spielen der Reihe wurden die Welt- und StĂ€dtekarten komplett integriert und die Areale außerhalb von StĂ€dten wurden den Charakteren entsprechend maßstabsgetreu umgesetzt. Um einen Kampf auszutragen, werden Charakter und Gegner in eine rundenbasierte „Kampfarena“ versetzt.

Wie schon bei vorangegangenen Final-Fantasy-Titeln kann der Spieler seine Charaktere entwickeln und verbessern, indem Gegner besiegt und GegenstĂ€nde eingesammelt werden. An Stelle des traditionellen Erfahrungspunktesystems wurde ein SphĂ€robrett genanntes System eingefĂŒhrt.

Das Spiel sollte ursprĂŒnglich ĂŒber Onlineelemente verfĂŒgen, diese wurden aber wĂ€hrend der Produktionsphase fallengelassen und Mehrspieler-Online-Elemente hielten erst mit Final Fantasy XI Einzug in die Final-Fantasy-Serie.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]

GelÀnde

Im Gegensatz zu frĂŒheren Final-Fantasy-Spielen verfĂŒgt Final Fantasy X nicht ĂŒber eine interaktive Oberweltkarte in Vogelperspektive zur Navigation. Vorhergehende Spiele verwendeten eine verkleinerte Darstellung der weitlĂ€ufigen Gebiete zwischen StĂ€dten und anderen wichtigen Orten fĂŒr die Reise zwischen weit entfernten Zielen. In Final Fantasy X hingegen sind fast alle Spielorte direkt miteinander verbunden. Die regionalen Verbindungen bilden zu weiten Teilen einen durchgehenden Pfad durch alle Gebiete des Spieles, allerdings kann der Spieler im spĂ€teren Verlauf des Spiels ein Luftschiff verwenden und so in Sekundenschnelle durch die Spielwelt navigieren.

GelĂ€ndedirektor Takayoshi Nakazato erklĂ€rte, dass er mit Final Fantasy X ein realistischeres Konzept fĂŒr die Weltkarte als das der traditionellen Final-Fantasy-Spiele einfĂŒhren wollte. Dies geschah vor allem in Übereinstimmung mit dem Realismus, der durch die 3D-HintergrĂŒnde im Unterschied zu vorgerenderten HintergrĂŒnden, welche er „Pseudo-3D-Umgebungen“ nennt, geschaffen wurde.cite-ref-interviews-6-2[6]

Kampfsystem

Final Fantasy X ersetzt das Active-Time-Battle-System (ATB) durch das Conditional-Turn-based-Battle-System (CTB). WĂ€hrend das ATB-Konzept Elemente in Echtzeit aufweist, ist das CTB-System rundenbasiert und pausiert den Kampf bei jedem Zug des Spielers. Dadurch hat der Spieler beliebig viel Zeit, eine Aktion auszuwĂ€hlen. Beim CTB-System beeinflussen die Statuswerte der Charaktere und Gegner sowie getĂ€tigte Aktionen Anzahl und Reihenfolge der zur VerfĂŒgung stehenden ZĂŒge. Im Spiel wird die Zeitlinie, wann ein Charakter an der Reihe ist und welche Auswirkungen seine Aktionen auf die Zeitlinie haben, grafisch dargestellt.

Charakterspezifische SpezialfĂ€higkeiten (bekannt als Wechsel-Limit in Final Fantasy VII, Spezialtechnik in Final Fantasy VIII und Trance in Final Fantasy IX) werden in Final Fantasy X als Ekstase bezeichnet. Die meisten dieser Ekstasen (mit Ausnahme der von der Spielfiguren Rikku, Yuna und Kimahri) erfordern ein wenig Geschick am Controller: So muss der Spieler bei Aurons Ekstase schnell eine Tastenfolge eintippen, bei Lulus Ekstase muss der Analog-Stick gedreht werden und bei Wakka mĂŒssen drei Tombola-RĂ€der im richtigen Augenblick gestoppt werden. Wenn dies gelingt, sind die Ekstasen kraftvoller. Weiterhin fĂŒhrt das Spiel verschiedene erlernbare Ekstase-Typen ein, wodurch dem Spieler erlaubt wird, die Bedingungen, unter denen sich die Ekstase-Leiste fĂŒllt, selbst festzulegen. Bei „Askese“ beispielsweise fĂŒllt sich die Leiste mit dem im Kampf erlittenen Schaden, bei „Kampfgeist“ mit dem den Gegnern zugefĂŒgten Schaden oder bei „Zorn“ mit dem von Mitstreitern erlittenen Schaden.

Final Fantasy X erlaubt es dem Spieler, bis zu drei Charaktere im Kampf zu steuern, allerdings ist es möglich jeden dieser Charaktere jederzeit durch einen Charakter der Reserve auszuwechseln. Sobald alle sieben normal spielbaren Charaktere zur VerfĂŒgung stehen, sind somit drei Charaktere aktiv und vier befinden sich auf der „Auswechselbank“. Der Spieler wird durch zwei Faktoren angeregt, die aktiven Charaktere hĂ€ufig auszuwechseln. Zum einen erhalten Charaktere, die nicht am Kampf teilgenommen haben, keine Erfahrungspunkte, um Statuswerte und FĂ€higkeiten zu verbessern. Zum anderen hat jeder Charakter ĂŒber weite Strecken des Spieles bestimmte StĂ€rken und SchwĂ€chen, so ist zum Beispiel Yuna besonders gut im Heilen und kann als einzige Aufrufzauber verwenden, Rikku ist besonders gut im Stehlen und Benutzen von GegenstĂ€nden, wohingegen Tidus sich vor allem im Kampf gegen schnelle Gegner auszeichnet. Spezialisierte Gegner sind im Allgemeinen besonders schwer zu besiegen ohne den entsprechenden Charakter.

Mit Final Fantasy X kam es zu einer grundlegenden Erneuerung der Aufrufzauber aus den vorherigen Spielen der Serie. WĂ€hrend in frĂŒheren Spielen die aufgerufene Kreatur nur eine Aktion durchfĂŒhrte und dann wieder verschwand, bleiben die Bestia genannten Aufrufkreaturen fĂŒr die gesamte Dauer des Kampfes oder bis sie zurĂŒckgerufen beziehungsweise vom Gegner besiegt wurden. Die Bestia haben ihre eigenen, entwickelbaren Statuswerte, ZaubersprĂŒche, FĂ€higkeiten, Kommandos und Ekstasen. Sie unterstĂŒtzen den Spieler nicht nur mit starken Attacken, sondern können auch als Schutz gegen besonders schwierige Gegner verwendet werden, da der Gegner erst die Bestia besiegen muss, bevor er der Gruppe Schaden zufĂŒgen kann. Der Spieler erhĂ€lt im Verlauf des Spieles fĂŒnf Bestia, drei weitere können optional ĂŒber Nebenquests erhalten werden.

UrsprĂŒnglich war geplant, die Gegner frei sichtbar auf dem SpielgelĂ€nde umherwandern zu lassen, einen nahtlosen Übergang zu den KĂ€mpfen zu schaffen und dem Spieler die Möglichkeit zu geben, sich wĂ€hrend des Kampfes in der Umgebung zu bewegen.cite-ref-brady-kasp-9-0[9] Direktor fĂŒr KĂ€mpfe Shintaro Takai hat erklĂ€rt, dass es seine Absicht war, die KĂ€mpfe in Final Fantasy X als natĂŒrlichen Teil der Geschichte und nicht als unabhĂ€ngige Elemente zu prĂ€sentieren.cite-ref-interviews-6-3[6] Auf Grund der Hardware und BeschrĂ€nkungen im System kamen diese Ideen, spĂ€ter Active-Dimension-Battle-System (ADB) getauft, erst in Final Fantasy XI und Final Fantasy XII zum Einsatz. An Stelle des ADB gab es einen Kompromiss, so dass bei einigen KĂ€mpfen, vorwiegend bei BosskĂ€mpfen, mittels eines Motion-Blur-Effektes ein relativ nahtloser Übergang von SpielgelĂ€nde zu Kampffeld geschaffen wurde. Der Wunsch nach nahtlosem Übergang fĂŒhrte auch zur Implementierung des neuen Aufrufsystems im Spiel.

SphÀrobrett

Das Charakterentwicklungssystem von Final Fantasy X, das SphĂ€robrett, ist einzigartig im Genre der Rollenspiele. Die Charaktere erhalten nicht, wie sonst ĂŒblich, vorherbestimmte Status- und FĂ€higkeitenboni nach einer bestimmten Anzahl von Leveln, sondern erlangen sogenannte SphĂ€ro-Level durch das Sammeln von genĂŒgend Ability-Punkten (AP) nach dem Besiegen von Gegnern. Diese SphĂ€ro-Level wiederum erlauben es dem Spieler den Charakter auf dem SphĂ€robrett zu bewegen, welches ein vorbestimmtes Raster aus mehreren verbundenen Feldern ist, die verschiedene Statuswerte- und FĂ€higkeitenboni gewĂ€hren. GegenstĂ€nde, genannt SphĂ€roide (erlangt durch das Besiegen von Gegnern, aus Schatzkisten und bei bestimmten Ereignissen), werden auf diesen Feldern benutzt und setzen so deren Funktion fĂŒr den ausgewĂ€hlten Charakter frei. Auf diese Art und Weise Ă€hnelt die Entwicklung der spielbaren Charaktere einem Brettspiel.

Produzent Yoshinori Kitase erklĂ€rte, dass das SphĂ€robrett dem Spieler eine interaktive Möglichkeit zum Erhöhen der Charaktereigenschaften geben soll und es dem Spieler gleichzeitig erlaubt die VerĂ€nderung dieser Eigenschaften unmittelbar zu erleben.cite-ref-10[10] Das SphĂ€robrett erlaubt dem Spieler außerdem die Charaktere im Gegensatz zu ihren vorgesehenen Kampfrollen individuell anzupassen, so dass aus der Weißmagierin Yuna eine starke KĂ€mpferin oder aus dem SchwertkĂ€mpfer Auron ein Heiler werden kann. In der International- und in der PAL-Version des Spieles gibt es optional die Profi-Variante des SphĂ€robrettes. In dieser Variante starten alle Charaktere in der Mitte des SphĂ€robrettes und der Spieler kann sofort jeden Pfad mit ihnen einschlagen, allerdings hat das SphĂ€robrett geringfĂŒgig weniger Felder, wodurch auf den ersten Blick insgesamt weniger Erhöhungen der Statuswerte möglich sind. Da spĂ€ter ein Leeren des Brettes ohne Verlust der gewonnenen Eigenschaften und Attribute möglich ist, kann man das Brett aber mehrfach fĂŒhren.

Blitzball

Blitzball ist ein Minispiel in Final Fantasy X. Es handelt sich um einen fiktiven Sport, der unter Wasser gespielt wird und Ähnlichkeit mit der realen Sportart Unterwasserrugby hat. Zwei Mannschaften mit jeweils sechs Spielern (5 steuerbare Feldspieler und 1 computergesteuerter Torwart) stehen sich gegenĂŒber und versuchen durch taktische Entscheidungen, den Ball im gegnerischen Tor zu versenken. Man gibt seinen Spielern Befehle, zum Beispiel dribbeln, passen oder schießen. Es gibt einen Pokal- sowie einen Ligamodus, bei denen der Spieler mehrere Saisons spielen und Preisgeld oder Items gewinnen kann. Man trifft im Lauf des Spiels auf andere Blitzballspieler, die fĂŒr die eigene Mannschaft verpflichtet werden können. Zu Beginn des Spieles muss ein Blitzball-Spiel absolviert werden, danach stehen dem Spieler weitere frei.

Handlung und Szenario

Die Welt von Final Fantasy X nennt sich Spira und besteht aus einer großen Landmasse, die in drei Subkontinente unterteilt und von mehreren Inseln umgeben ist. Spira hat verschiedene Klimazonen, so gibt es die tropischen Inseln Besaid und Kilika sowie die moderate Mi’hen-Region, aber auch die arktischen Gebiete Macalania und Berg Gagazet.

Obwohl vorwiegend von Menschen bevölkert, gibt es auch andere Rassen in Spira. Unter ihnen sind die Al Bhed, eine technologisch fortgeschrittene, aber entrechtete Unterart der Menschen mit grĂŒnen spiralförmigen Pupillen und einer eigenen Sprache (die Buchstaben sind gegen andere Buchstaben vertauscht). Die Guado erscheinen mit ihren verlĂ€ngerten Fingern und anderen subtilen Unterschieden weniger menschlich, sie haben zudem einen natĂŒrlichen Hang zu Magie und zum Beschwören von Monstern. Noch weniger menschlich erscheinen die großen, löwenartigen und einhörnigen Ronso und die froschartigen Hypello.

Spiras Flora und Fauna basiert nicht nur auf echten Tieren, wie unter anderem Hunden, Katzen, Vögel und Schmetterlingen, sondern wird auch von einigen fiktiven Arten bevölkert, wie zum Beispiel den gigantischen amphibischen Schnus, die Elefanten Àhneln, oder den in der Final-Fantasy-Serie oft als Transportmittel verwendeten, emuartigen Chocobos mit gelbem Gefieder.

Spira unterscheidet sich stark von den hauptsĂ€chlich europĂ€isch geprĂ€gten Welten frĂŒherer Final-Fantasy-Spiele und ist eher SĂŒdostasien, vor allem in Vegetation, Topografie, Architektur und Namen, nachempfunden. Charakterdesigner Tetsuya Nomura gibt den SĂŒdpazifik, Thailand und Japan als wichtigste EinflĂŒsse auf das kulturelle und geographische Design von Spira und insbesondere von Besaid und Kilika an.cite-ref-interviews-6-4[6] Weiterhin sagte er, dass sich Spira von den Welten vorangegangener Final-Fantasy-Spiele am augenfĂ€lligsten im Grad der eingebrachten Details unterscheidet, welche er wĂ€hrend der Entwicklung bewusst hoch zu halten versuchte. Auch wenn SĂŒdostasien thematisch sehr ausgeprĂ€gt ist, macht, wie andere Spiele der Serie auch, Final Fantasy X Anleihen bei anderen Kulturen und nimmt Bezug auf DĂ€monologie, hinduistische, arabische, nordische und anderen Mythologien.

SpiritualitÀt und Metaphysik

Ein herausragender und grundsĂ€tzlicher Charakterzug des Final-Fantasy-X-Universums sind die Illumina, umherziehende SchwĂ€rme an Lebensenergie von gerade Verstorbenen.cite-ref-11[11] Werden sie nach einiger Zeit nicht von einem Medium gesegnet, so sind Illumina dazu in der Lage, eifersĂŒchtig auf die Lebenden zu werden und sich als Monster zu manifestieren. In den meisten FĂ€llen sind das die gegnerischen Kreaturen im Spiel. Sollten aber keine negativen GefĂŒhle im Vordergrund stehen, kann es geschehen, dass die Verstorbenen den Willen besitzen, als „Leibloser“ praktisch am Leben zu bleiben und weiterhin körperlich zu existieren. Eine der Aufgaben der Media in Final Fantasy X ist es, die umherirrenden Illumina zu ihrem letzten Ruheplatz, einem mystischen, von den Guado bewachten Gebiet namens Abyssum, zu geleiten. Dies geschieht durch ein Ritual, das als Besegnung bekannt ist. Die andere große Aufgabe der Media ist das Rufen der Bestia, wilde magische Kreaturen, die entstanden, als Menschen ihr Leben opferten, damit ihre Seelen in Steinstatuen eingeschlossen und sie zu Asthra wurden. Asthra gewĂ€hren den Media die FĂ€higkeit ihre entsprechenden Bestia, welche als TrĂ€ume der Asthra bezeichnet werden, zu rufen. Die dritte wichtige Aufgabe der Media ist das Besiegen von Sin, einem gigantischen Monster, das Spira seit 1000 Jahren heimsucht und mit Leichtigkeit ganze StĂ€dte und Armeen ausradieren kann.

Spiras menschliche Bevölkerung ist sehr religiös und folgt der Kirche von Yevon, einer tausend Jahre alten Organisation mit großem Einfluss. Die GlĂ€ubigen Yevons halten Sin fĂŒr eine heilige Strafe, die ihnen wegen ihrer selbstherrlichen Nutzung von Maschinen (im Spiel Maschina genannt) auferlegt wurde, und verbieten jegliche fortgeschrittene Technologie. Schließlich wird jedoch offenbart, dass nicht nur Yevon selbst, sondern vor allem auch drei der vier Hohepriester korrupt geworden sind, mit großem Interesse an verbotener Technologie.

Media gehen auf Pilgerreise, um Bestia zu erlangen und ihre eigene Kraft zu vergrĂ¶ĂŸern. Sie werden von einer Leibgarde begleitet; die Aufgabe dieser erfahrenen KĂ€mpfer ist der Schutz und die UnterstĂŒtzung der Media auf ihrem Weg. Das Ende der Reise liegt in den Ruinen der Stadt Zanarkand, wo die Media die Hohe Beschwörung erhalten, die einzig bekannte Kraft, die Sin zerstören kann. Gegen Ende von Final Fantasy X erfĂ€hrt man, dass die Bestia fĂŒr die Hohe Beschwörung aus jemandem erschaffen wird, der dem Medium nahesteht: So ist es nötig, dass ein Leibgardist jedes Mediums, das Sin besiegt, sein oder ihr eigenes Leben opfert. Die Verwendung der Hohen Beschwörung gegen Sin kostet außerdem dem Medium selbst das Leben. Allerdings ist auch diese Maßnahme nicht von Dauer, nach zehn Jahren des Friedens, genannt die Stille Zeit, wird Sin wiedergeboren und terrorisiert Spira von Neuem.

Charaktere

Tidus

Tidus, der junge Star des Blitzball-Teams Zanarkand Abes, wird von der geheimnisvollen Macht Sin, augenscheinlich, tausend Jahre in die Zukunft geschleudert. Er findet aus dieser Welt keinen Ausweg mehr, hat aber zunĂ€chst die Hoffnung in Zanarkand, dem Ziel von Yunas Pilgerreise, weitere Hinweise zu finden. Jedoch ist er oft niedergeschlagen und fĂŒhlt sich fehl am Platz. Außerdem findet er zunehmend Gefallen an Yuna, begleitet sie nach Luca und wird schließlich Teil ihrer Leibgarde. Gegen Ende des Spiels findet er heraus, dass er nur ein Traum aus Traum-Zanarkand war und irgendwann verschwinden wird, was ihn sehr enttĂ€uscht.

Yuna

Yuna ist die Tochter des Hohen Mediums Braska, der im Kampf gegen Sin sein Leben verlor. Sie ist Halb Al-Bhed und die Cousine von Rikku. Im Tempel von Besaid erlangt sie ihre erste Beschwörung Valfaris und wird so zum Medium. Im weiteren Spielverlauf erlangt sie die Macht, weitere Bestia (Ifrit, Ixion, Shiva und Bahamut) zu beschwören. Um in Zanarkand die Hohe Beschwörung zu erlangen, mit der sie Sin vernichten kann, muss sie durch das Erlangen weiterer Beschwörungen ein mĂ€chtigeres Medium werden. Außerdem erwidert sie frĂŒh Tidus’ Zuneigung.

Wakka

Wakka ist Trainer und KapitĂ€n des Blitzball-Teams Besaid Aurochs, mit dem er in 10 Jahren noch nie ein Spiel gewonnen hat. Mit Tidus moralischer UnterstĂŒtzung schafft es die Mannschaft in Luca in das Finale, welches dann vom Spieler selbst gesteuert wird. AbhĂ€ngig vom Geschick des Spielers kann das Team die Meisterschaft gewinnen. Danach widmet sich Wakka voll und ganz Yunas Pilgerreise. Yuna betrachtet er wie eine kleine Schwester und wĂŒrde sie mit seinem Leben beschĂŒtzen.

Lulu

Lulu ist ebenfalls ein Mitglied von Yunas Leibgarde. Genau wie fĂŒr Wakka ist Yuna fĂŒr sie wie eine kleine Schwester. Sie ist eine Schwarzmagierin und beherrscht viele Elementarzauber. Lulu hat eine sehr verschlossene und beherrschte Art, wodurch sie oft ein wenig kĂŒhl und gefĂŒhllos wirkt. SpĂ€ter stellt sich heraus, dass sie bereits zwei Media auf ihren Pilgerreisen begleitet hat, diese aber beide vorzeitig in der Stillen Ebene endeten. Deshalb macht sie sich VorwĂŒrfe.

Kimahri Ronso

Kimahri ist ein schweigsamer Ronso-Krieger, der sein Leben Yunas Schutz seit ihrer frĂŒhen Kindheit verschrieben hat. Tidus gegenĂŒber spricht er das erste Mal sehr spĂ€t im Spiel und zeigt sich dann als nachdenklicher Ronso. Bei seinem Volk ist sein Ansehen weit gesunken, da ein anderer Ronso ihm sein Horn abbrach.

Auron

Auron ist ein ehemaliger, weltbekannter Leibgardist, der Braska auf seiner Pilgerreise begleitete. Er schwor Jekkt – ebenfalls Leibgardist von Braska – und Braska, auf deren Kinder aufzupassen. Er begibt sich in das „Traum-Zanarkand“ und rettet Tidus vor Sins Angriff. Dort ĂŒbergibt er Tidus ein Schwert und bringt ihm das KĂ€mpfen bei. Zum Ende erfĂ€hrt man, dass er ein Leibloser ist, welcher zunĂ€chst nicht akzeptierte, dass Jekkt und Braska sich opferten und nach dem Kampf gegen Lady Yunalesca starb. Mit dem Einlösen seines Versprechen kehrt er ins Abyssum ein.

Rikku

Rikku ist ein quirliges, extrovertiertes MÀdchen aus dem Volk der Al-Bhed. Sie ist die erste Person, der Tidus in Spira begegnet, wo sie ihm erklÀrt, dass Zanarkand tausend Jahre zuvor von Sin zerstört wurde und Maschina als verboten gelten. Nachdem Tidus wÀhrend des Angriffs auf das Al-Bhed-Heim in Bikanel erfÀhrt, dass Yuna nach der Hohen Beschwörung sterben wird, versucht sie mit ihm eine Möglichkeit zu finden, ihre Cousine Yuna zu retten.

Weitere Charaktere

Die Antagonisten im Spiel sind Seymor Guado und die anderen Primas der Religion Yevons, wĂ€hrend der marodierende Sin als Hauptquelle fĂŒr Konflikte dient. ZusĂ€tzlich gibt es eine breite Palette an benannten Charakteren zur UnterstĂŒtzung, die sich nicht nur aus den in anderen Final-Fantasy-Spielen traditionell vorkommenden Figuren rekrutieren.

Charakterdesign

Charakterdesigner Tetsuya Nomura legte besonderes Augenmerk auf die einzelnen CharakterentwĂŒrfe. So lehnte er Yunas Gesamterscheinung an die traditionelle Kleidung in Okinawa an. Als er erfuhr, dass dieser Charakter den Besegnungstanz auffĂŒhren wĂŒrde, gab er ihrer Kleidung etwas, das fließen wĂŒrde. Aus diesem Grund wĂ€hlte er eine spezielle, langĂ€rmlige Kimono-Version, den Furisode. ZusĂ€tzlich verwendete er fĂŒr ihr Kleid und ihre Halskette Blumen, die Yuna (Hibiscus tiliaceus) genannt werden, und ihr Name trĂ€gt die Bedeutung „Nacht“ im Okinawa-Dialekt. Im direkten Gegensatz dazu bedeutet Tidus’ japanischer Name, „Tida“, im Okinawa-Dialekt „Sonne“. Nomura erklĂ€rte, dass diese subtilen Details vielleicht ĂŒberflĂŒssig seien, aber er wolle nicht, dass seine Designs ohne ErklĂ€rung dastehen.cite-ref-12[12]

Bei den Nebencharakteren konzentrierte sich die Hauptdesignerin fĂŒr Nebencharaktere, Fumi Nakashima, besonderes darauf, dass die Charaktere, dank den fĂŒr bestimmte Nationen und Kulturen charakteristischen Kleidungsstilen, leicht als zu ihren jeweiligen Gruppen zugehörig erkannt werden. Zum Beispiel verleihen ihrer Meinung nach die Masken und Schutzbrillen der Al Bhed der Gruppe ein „seltsames und exzentrisches“ Aussehen, wĂ€hrend die Bekleidung der Ronso es ihnen ermöglicht, leicht in einen Kampf einzusteigen.cite-ref-interviews-6-5[6]

Geschichte

Final Fantasy X beginnt spĂ€t in der Geschichte. Hauptcharakter Tidus wartet mit Yuna und den anderen Leibgardisten außerhalb der zerstörten Stadt Zanarkand. Von diesem In-medias-res-Anfang erzĂ€hlt Tidus die Serie an Ereignissen, welche ihn in seine derzeitige Situation gebracht haben, diese langanhaltende RĂŒckblende umfasst einen Großteil der Geschichte des Spieles. Die RĂŒckblende beginnt im nicht-zerstörten Zanarkand, einer Hightech-Metropole und Tidus’ Heimatstadt, wo er ein bekannter Star des Unterwassersports Blitzball ist. Als Sin wĂ€hrend eines Blitzballspieles Zanarkand angreift, wird Tidus – zusammen mit seinem langjĂ€hrigen WĂ€chter Auron – in die Kreatur gesaugt und findet sich nach seinem Erwachen allein in den Ruinen eines verlassenen Tempels wieder.

Tidus wird von einigen Al-Bhed-Tauchern gerettet; eine von ihnen, Rikku, erzĂ€hlt ihm, dass seine Stadt bereits vor eintausend Jahren zerstört wurde. Bevor er Zeit hat, diese Nachricht zu verarbeiten, greift Sin wieder an und Tidus wird von den anderen getrennt. Schließlich wird er auf der tropischen Insel Besaid angespĂŒlt. Hier trifft er Wakka, KapitĂ€n und Trainer des lokalen Blitzballteams, den Besaid Aurochs. Beeindruckt von Tidus’ FĂ€higkeiten bittet Wakka Tidus, sein Team beim kommenden Turnier in Luca zu unterstĂŒtzen.

Tidus wird Yuna vorgestellt, einem jungen Medium, das in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters, Sir Braska, tritt. Braska war ebenfalls ein Medium und gab zehn Jahre zuvor sein Leben im Kampf gegen Sin. Seine Leibgarde waren Auron und Jekkt, Tidus Vater, der in Tidus’ Zanarkand als verschollen gilt. Tidus trifft in Besaid auch auf Lulu und Kimahri, welche zusammen mit Wakka Yunas Leibgarde bilden und sie auf dem Weg nach Zanarkand begleiten, damit Yuna die Hohe Beschwörung erhĂ€lt und Sin besiegen kann.

Die Gruppe reist mit dem Schiff nach Kilika, wo sie erneut auf Sin trifft, welcher die Stadt verwĂŒstet. Nachdem Yuna die Verstorbenen besegnet und im örtlichen Tempel eine neue Bestia zu beherrschen lernt, reist die Gruppe weiter nach Luca. Mit dem Ende des dortigen Blitzballturniers schließt sich Auron der Gruppe an.

Nicht lange nach einem weiteren Zusammentreffen mit Sin, der eine gesamte Armee der BĂŒrgerwehr vernichtet hat, stĂ¶ĂŸt Rikku zu ihnen.

Die Gruppe trifft außerdem auf Seymor Guado, AnfĂŒhrer der Guado und ein Primas von Yevon. Obwohl er sich anfangs als VerbĂŒndeter prĂ€sentiert und die Gruppe sogar unter der Kontrolle des Spielers in einem Kampf unterstĂŒtzt, wird es spĂ€ter offensichtlich, dass er ein Wahnsinniger ist, der mit Sin verschmelzen will, um die Bevölkerung Spiras mit dem Tod zu „beschenken“. Aus diesem Grund versucht er, Yuna zu zwingen, ihn zu heiraten, so dass er ihre letzte Beschwörung und damit Sin werden kann. Auch wenn die Gruppe ihn im ersten Kampf tötet, bleibt er unbesegnet und kehrt in weiteren KĂ€mpfen zurĂŒck.

WĂ€hrend des gesamten Spielverlaufs kommen sich Yuna und Tidus immer nĂ€her, aber zu seinem Entsetzen erfĂ€hrt Tidus, dass Yuna sterben wird, sobald sie die Hohe Beschwörung gegen Sin einsetzt. Yuna ist sich ihres Schicksals bewusst und möchte mit ihrem Leben den Leuten Spiras die Stille Zeit, den kurzen Frieden nach Sins Zerstörung, bescheren. Verkompliziert wird die Sache, da Auron Tidus in Luca eröffnete, dass sein Vater Jekkt noch lebt, allerdings zu Sin wurde. Tidus nimmt sich vor, einen Weg zu finden, um seinen entfremdeten Vater zu befreien und Sin endgĂŒltig zu besiegen, ohne dafĂŒr Yunas Leben zu opfern.

Kurz bevor die Gruppe Zanarkand erreicht, erfĂ€hrt Tidus, dass sein Vater, er und das Zanarkand, aus dem sie kommen, „TrĂ€ume“ sind, beschworene Wesen Ă€hnlich den Bestia. Ihre Stadt, das „Traum-Zanarkand“, wurde eintausend Jahre zuvor erschaffen, als wĂ€hrend des als Maschina-Krieg bekannten Konflikts Yevon, AnfĂŒhrer Zanarkands und mĂ€chtiges Medium, verzweifelte Maßnahmen ergriff, um die Erinnerung an Zanarkand zu bewahren. Er ließ die Überlebenden der Stadt zu Asthra werden, um aus ihren Erinnerungen eine neue Stadt als Ebenbild Zanarkands zu beschwören, weit abseits des Kampfes auf Spiras Festland.cite-ref-13[13] Sin wurde zur selben Zeit von Yevon geschaffen, um als Schutz fĂŒr ihn und die Asthra zu dienen.cite-ref-14[14] WĂ€hrend der andauernden Beschwörung des Traum-Zanarkands verlor Yevon seine Menschlichkeit und wurde als Yu-Yevon („Der Fluch Yevons“) bekannt,cite-ref-15[15] ein Wesen das lediglich existiert, um die Existenz Traum-Zanarkands zu sichern. Im Verlauf der nĂ€chsten eintausend Jahre attackiert Sin immer wieder die Einwohner Spiras, um zu verhindern, dass sie sich technologisch so weit entwickeln, dass sie das Traum-Zanarkand finden.

Sobald der Spieler Yunas Pilgerreise nach Zanarkand beendet – und damit Tidus’ ausfĂŒhrliche RĂŒckblende der bisherigen Ereignisse abschließt – erfahren Yuna und ihre GefĂ€hrten vom nicht besegneten Geist Yunalescas – Tochter Yevons und erstes Medium, das Sin besiegtecite-ref-16[16] – dass die Hohe Beschwörung aus dem Geist von jemandem geschaffen wird, der dem Medium sehr nahesteht. Des Weiteren erklĂ€rt sie, dass Yu-Yevon nach dem Tod Sins von der Hohen Beschwörung Besitz ergreift und sie zum neuen Sin macht. ZusĂ€tzlich erfĂ€hrt der Spieler, dass auch Auron den Tod fand, als er vor zehn Jahren Yunalesca nach dem Tod Jekkts und Braskas attackiert, aber niemals besegnet wurde. Yuna und ihre Leibgarde beschließen einen neuen Weg zu suchen, um Sin zu besiegen: einen, der Sin fĂŒr immer zerstört und keine weiteren Opfer verlangt. Yunalesca kann diese Entscheidung nicht akzeptieren und es kommt zum Kampf, bei dem Yunalesca mehrmals mutiert und schließlich besiegt wird. Ohne die Hohe Beschwörung erhalten zu haben, greift die Gruppe mit Hilfe eines Al-Bhed-Luftschiffs Sin direkt an und dringt in seinen Körper vor.

Im Inneren Sins kĂ€mpft die Gruppe mit Seymor, Jekkts gefangenem Geist und schließlich mit Yu-Yevon selbst, es gelingt ihnen, alle zu besiegen und ins Abyssum zu schicken. Damit beenden sie den Zyklus von Sins Tod und Wiedergeburt fĂŒr immer. Auron tritt ebenfalls ins Abyssum ĂŒber, nachdem er seine Versprechen an Jekkt und Braska erfĂŒllt hat, auf ihre Kinder aufzupassen. Endlich sind auch die Geister der Asthra aus ihrem GefĂ€ngnis befreit und damit lösen sich die Bestia, Traum-Zanarkand und auch Tidus auf. Obwohl Yuna den Verlust von Tidus betrauert, ermuntert sie die Einwohner Spiras, neue Wege zu beschreiten, nun da Sin nicht mehr existiert. Allerdings erinnert sie sie auch daran, die Leute, die dem Konflikt zum Opfer fielen, nicht zu vergessen.

Entwicklung

Mit einer ĂŒber einhundertköpfigen Crew wurde Final Fantasy X von 1999 bis 2001 entwickelt und kostete ungefĂ€hr 4 Milliarden Yen (zirka 27 Mio. Euro)cite-ref-17[17] in der Produktion.

Wie in den meisten anderen Final-Fantasy-Teilen unterscheiden sich die Charaktere und die Geschichte von Final Fantasy X stark von denen der VorgĂ€nger. Der ausfĂŒhrende Produzent Hironobu Sakaguchi erklĂ€rte, dass dies geschehe, um jedes Spiel als etwas vollkommen Neues erscheinen zu lassen und um das volle Potential seines Teams unter Beweis zu stellen. Obwohl er Bedenken hatte, was den Wechsel von 2D- zu 3D-HintergrĂŒnden, die Sprachausgabe und das ErzĂ€hlen der Geschichte in Echtzeit anging, glaubte Sakaguchi, dass der Erfolg von Final Fantasy in der stĂ€ndigen Herausforderung des Entwicklungsteams Neues auszuprobieren liegt.cite-ref-interviews-6-6[6] Szenarioschreiber Kazushige Nojima sagte, dass er bei diesem Teil der Serie besondere Sorgfalt walten ließ, um eine Verbindung zwischen Spieler und Hauptcharakter zu erzeugen. Daher hat er die Geschichte so angelegt, dass der Spieler durch Tidus’ eigene Entwicklung und ErzĂ€hlung im selben Maße die Welt kennenlernt und Wissen erlangt wie Tidus selbst.cite-ref-interviews-6-7[6]

In Final Fantasy X gab es auch Innovationen bei der Darstellung der GesichtsausdrĂŒcke der Charaktere: Diese wurden unter anderem durch Motion Capture erzeugt.cite-ref-interviews-6-8[6]cite-ref-metacritic-18-0[18] Diese Technologie erlaubte es den Animateuren, realistische Lippenbewegungen zu erschaffen und diese auf die Sprachausgabe abzustimmen.

Ton

Sprachausgabe

Final Fantasy X ist der erste Teil der Reihe, der nicht nur Texte verwendet, sondern ĂŒber eine Sprachausgabe verfĂŒgt. Nojima enthĂŒllte, dass die Verwendung von Sprachausgabe einen grundlegenden Einfluss darauf hatte, wie die Geschichte des Spiels geschrieben wurde. Er erklĂ€rte, dass er dank der Sprachausgabe einen einfacheren Weg beim ErzĂ€hlen der Geschichte beschreiten konnte, da eine breitere Palette an GefĂŒhlen durch diese ausgedrĂŒckt werden konnten, als es allein mit Text möglich gewesen wĂ€re. Weiterhin erklĂ€rte Nojima, dass das Vorhandensein von Sprechern dazu fĂŒhrte, dass er etliche VerĂ€nderungen an der Geschichte und an den Charakteren selbst vornahm, um die Charaktere an die Persönlichkeiten ihrer Sprecher anzupassen.cite-ref-19[19]

Die Verwendung von Sprachausgabe fĂŒhrte allerdings auch zu Problemen. Da die Zwischensequenzen des Spiels der japanischen Sprachausgabe entsprechend programmiert waren, sah sich das englischsprachige Final-Fantasy-X-Lokalisierungsteam der schwierigen Aufgabe gegenĂŒber, nicht nur eine passende englische Übersetzung zu erstellen, sondern diese auch dem Rhythmus und den zeitlichen Vorgaben der Lippenbewegungen der Charaktere entsprechend anzupassen. Alexander O. Smith bezeichnete diesen Prozess als ĂŒberaus problematisch. Daher wurden die Sprecher ĂŒber die Motivation und die GefĂŒhle ihres Charakters in jeder Szene aufgeklĂ€rt und bekamen etliche Szenen aus dem Spiel selbst vorgespielt.cite-ref-brady-kasp-9-1[9]

Obwohl Tidus der Hauptcharakter des Spiels ist, ist er der einzige Charakter, dessen Namen niemals ausgesprochen wird. Dies kam zustande, da Final Fantasy X der Final-Fantasy-Tradition gefolgt ist, dem Spieler die Namenswahl des Hauptcharakters zu ĂŒberlassen. In diesem Spiel und in Final Fantasy X-2 reden die anderen Charaktere ĂŒber Tidus immer nur als „ihn“, „er“ oder „du“. In den Square-Enix-Spielen Kingdom Hearts und Kingdom Hearts II, in denen er ebenfalls als Figur auftritt, wird sein Name allerdings ausgesprochen.

Musik

Mit Final Fantasy X hatte Nobuo Uematsu zum ersten Mal UnterstĂŒtzung beim Komponieren der Musik fĂŒr ein Final-Fantasy-Spiel. Die Musik fĂŒr Final Fantasy X wurde von Junya Nakano, Masashi Hamauzu und Nobuo Uematsu komponiert.cite-ref-20[20]

Das Spiel enthĂ€lt drei gesungene StĂŒcke: Zum einen verwendet es die J-Pop-Ballade Suteki Da Ne (çŽ æ•”ă ă­, dt. „Ist es nicht wunderbar?“), die von der japanischen Shima-uta- und PopsĂ€ngerin Rikki gesungen wird, um die Okinawa-AtmosphĂ€re im Spiel widerzuspiegeln.cite-ref-interviews-6-9[6] In allen Versionen von Final Fantasy X wurde die originale, japanische Version des Lieds verwendet. Der Liedtext stammt von Kazushige Nojima,cite-ref-interviews-6-10[6] wĂ€hrend Uematsu fĂŒr die instrumentale Untermalung verantwortlich war. Wie bei den Balladen aus Final Fantasy VIII und Final Fantasy IX gibt es auch von Suteki Da Ne neben der im Spiel verwendeten Version eine Orchesterfassung, welche wĂ€hrend des Abspanns zum Einsatz kommt. Die beiden anderen gesungenen Lieder sind das englischsprachige Heavy-Metal-Lied Otherworld mit einem Text von Alexander O. Smith und das Lied der Asthra, welches eine Art Anagramm in japanischen Silben ist.

Rezeption

Final Fantasy X wurde weitgehend positiv aufgenommen; es verkaufte sich sehr gut und erhielt auch aus der Spieleindustrie ĂŒberwiegend positive Kritiken. Innerhalb der ersten vier Tage nach der Veröffentlichung hatten sich bereits 90 % der ersten Lieferung verkauft, dies entspricht 1,9 Millionen aus 2,1 Millionen Einheiten, davon entfallen ungefĂ€hr 1,4 bis 1,5 Millionen Kopien auf Vorbestellungen.cite-ref-21[21] Mit diesen Zahlen ĂŒberflĂŒgelte Final Fantasy X seine VorgĂ€ngerteile Final Fantasy IX und Final Fantasy VII in einem vergleichbaren Zeitraumcite-ref-22[22] und war das erste PlayStation-2-Spiel, das 2 Millionen und 4 Millionen Einheiten absetzen konnte.cite-ref-23[23]cite-ref-24[24]

Einst unter den zwanzig bestverkauften Konsolenspielen, ist es dank andauernder VerkĂ€ufe immer noch das zweitbest-verkaufte Final-Fantasy-Spiel mit weltweit ĂŒber 8,05 Millionen verkauften Einheiten.cite-ref-verkaufszahlen-1-1[1] Seit Juli 2006 steht es auf Platz 11 der bestverkauften Spiele des 21. Jahrhunderts auf dem US-Marktcite-ref-25[25] und war nominiert fĂŒr die sechsten jĂ€hrlichen Interactive Achievement Awards in den Bereichen Animation und Konsolenrollenspiel im Jahr 2003.cite-ref-26[26]

Kritiken

Sowohl japanische als auch westliche Kritiker vergaben im Allgemeinen sehr gute Noten an Final Fantasy X, laut Metacritic erreicht das Spiel einen „universalen Gesamtpunktestand“ von 92 %.cite-ref-metacritic-18-1[18] Das fĂŒhrende japanische Videospielmagazin, die Famitsu, gab dem Spiel die fast perfekte Punktzahl von 39/40,cite-ref-ign-fampl-34-0[34] wĂ€hrend die Famitsu-Leser es 2006 zum besten Spiel aller Zeiten wĂ€hlten.cite-ref-35[35] The Play Station, ein weiteres fĂŒhrendes japanisches Videospielmagazin, gab dem Spiel 29 von 30 Punkte.cite-ref-ign-fampl-34-1[34]

Wie die Famitsu und The Play Station war auch die britische Edge besonders von der Geschichte und der Grafik des Spiels ĂŒberzeugt. Allerdings vergab dieses Magazin nur 6 von 10 Punkten und beschrieb es als Fortsetzung, die sich als Next-Generation ausgibt, ohne dass sich dies im Erfahren des Spiels widerspiegelt.cite-ref-edge-36-0[36] Als Beispiel fĂŒhrte die Edge das Kampfsystem und die Charakterentwicklung an, ersteres sei „kaum komplexer“ als frĂŒhere Varianten in der Serie und letzteres „nicht flexibler als das geradlinige Leveln vorheriger Spiele“.cite-ref-edge-36-1[36] Die Zeitschrift ĂŒbte außerdem harte Kritik am englischen Skript und der englischen Sprachausgabe und bezeichnet diese als „verabscheuungswĂŒrdig“. Das Magazin erklĂ€rte weiterhin, dass sie den Pathos zur Komödie verkommen ließen, den Humor zur Strecke gebracht und das gesamte Spiel zerstört hĂ€tten.cite-ref-edge-36-2[36]

Die Edge waren nicht die Einzigen, die MĂ€ngel in Final Fantasy X fanden. Die norwegische Spieleseite Gamer.no brachte in ihrem 7/10 Review Missfallen am „zu einfachen“ Kampfsystem sowie am linearen Spielaufbau zum Ausdruck, dank beidem sei das Spiel „zu kurz fĂŒr wahre RPG-Enthusiasten“.cite-ref-37[37] Die Multimedia-Webseite IGN fĂŒhrte aus, dass die in Zwischensequenzen benutzten Charakteranimationen der letzten Generation entstammen könnten und schlechter seien als die in Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty. WĂ€hrend sie die Animationen von Metal Gear Solid 2 als fast perfekt bezeichneten, beschrieben sie die in Final Fantasy X verwendete Körpersprache als â€žĂŒbertriebene Gesten, sich stĂ€ndig wiederholende Bewegungen, steife ÜbergĂ€nge und sehr fragwĂŒrdige LippensynchronitĂ€t“. Obwohl die Webseite Metal Gear Solid 2 „ein höheres Maß an visuellen Feinheiten“ zusprach, wĂ€re das Szenario „die meiste Zeit ĂŒber auf Schattierungen von grau und braun beschrĂ€nkt“, wohingegen die KĂŒnstler von Final Fantasy X die Möglichkeit hatten, alle vorstellbaren Farben zu verwenden und eine „wundervolle“ 3D-Engine hatten, dies auch umzusetzen.cite-ref-ign-rev-5-1[5]

Wie Gamer.no, empfanden auch die Mitarbeiter von IGN den Verlauf der Geschichte als zu linear und zeitlich schlecht abgestimmt, so seien auch die wenigen RĂ€tseleinlagen schlecht in das Spiel integriert. Trotz dieser negativen Kritiken war die Seite voll Lob fĂŒr die Innovationen im Spielprinzip, vor allem im Zusammenhang mit dem neuen Aufrufsystem, der Möglichkeit Gruppenmitglieder wĂ€hrend des Kampfes zu wechseln, was ihrer Meinung nach ein effizienteres System der Charakterentwicklung sowie eine einfachere Handhabung des Inventars sei. Weitere Lorbeeren gaben sie der Grafik des Spieles, welche „auf jede erdenkbare Weise besser ist als die der VorgĂ€nger“ sei. Sie erklĂ€rten, dass dieses Spiel als Ganzes „das bestaussehende der gesamten Serie und das am besten spielbare“ zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sei.cite-ref-ign-rev-5-2[5]

In Europa wurden zum einen die mangelhafte PAL-Anpassung und die damit einhergehenden sehr großen schwarzen Balken am oberen und unteren Bildschirmrand, die gestauchten Charaktere und der merkliche Geschwindigkeitsverlust bemĂ€ngelt, zum anderen fielen speziell in Deutschland die teils frappierenden Unterschiede der englischen Sprachausgabe zu den deutschen Untertiteln, welche aus dem Japanischen ĂŒbersetzt wurden, negativ auf.cite-ref-38[38]

VermÀchtnis

Auf Grund des kommerziellen Erfolges und der großen PopularitĂ€tcite-ref-ult-verseq-39-0[39]cite-ref-40[40] veröffentlichte Square Enix 2003 die direkte Fortsetzung Final Fantasy X-2 – die erste direkte Fortsetzung der gesamten Final-Fantasy-Serie. Die Fortsetzung beginnt zwei Jahre nach dem Abschluss der Originalgeschichte, prĂ€sentiert neue Konflikte und Probleme, schließt allerdings auch einige offene Enden aus Final Fantasy X. Aufgrund des Zuspruches, den dieses Spiel erhielt, entschieden sich Produzent und Szenarioschreiber einen handlungsbedingten Zusammenhang zwischen Final Fantasy X und Final Fantasy VII, einem anderen sehr beliebten Final-Fantasy-Titel, herzustellen.cite-ref-ult-verseq-39-1[39]

Die Fortschritte in der realistischen Darstellung von GefĂŒhlen durch Sprachausgabe und detaillierte GesichtsausdrĂŒcke sind seitdem fester Bestandteil der Serie, nicht nur in Spielen der Hauptserie, wie Final Fantasy XII, sondern auch in anderen Ablegern, wie Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII. ZusĂ€tzlich wurde die Reise in einer Echtzeit-3D-Umgebung anstelle der Weltkarte Teil des Serienstandards, wie Final Fantasy XI und Final Fantasy XII zeigen.

Versionen und Merchandise

Eine „internationale“ Version des Spiels wurde in Japan als „Final Fantasy X: International“ und in den PAL-Gebieten als „Final Fantasy X“ herausgebracht. Diese verfĂŒgt ĂŒber Inhalte, die nicht im Originalspiel enthalten waren, so zum Beispiel der Kampf gegen die Schwarzen Bestia und den Richter, sowie einige zusĂ€tzliche Sequenzen. Der japanischen Veröffentlichung von „Final Fantasy X: International“ lag außerdem ein vierzehnminĂŒtiges Video (Eternal Calm) bei, welches den Übergang von „Final Fantasy X“ zu „Final Fantasy X-2“ herstellte, dieses Video war spĂ€ter in einer leicht abgewandelten Form in der europĂ€ischen Veröffentlichung von „Unlimited SaGa“ enthalten.

Sowohl die japanische als auch die europĂ€ische Veröffentlichung kamen mit der Bonus-DVD „Beyond Final Fantasy“, welche Interviews mit den Entwicklern des Spieles sowie den Synchronsprechern (in Europa nur die englischen Stimmen von Tidus und Yuna) enthĂ€lt. ZusĂ€tzlich gibt es verschiedene Trailer zu „Final Fantasy X“ und anderen Square-Produkten, zwei Bildergalerien und das Musikvideo zu „Suteki Da Ne“.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42] Diese DVD lag den folgenden Platinum- bzw. Mega-Hits-Editionen nicht mehr bei.

Am 22. MĂ€rz 2013 wurde zudem ein HD-Remake von Final Fantasy X und X-2 fĂŒr die PS3 und die PS Vita angekĂŒndigt. FĂŒr die PS3 werden beide Titel zusammen auf einer Blu-Ray angeboten, die PS-Vita-Versionen werden getrennt angeboten.cite-ref-43[43] Neben den Verbesserungen der Optik soll zudem das sogenannte „Creature Create“-Feature enthalten sein, welches bisher nur in der japanischen Version verfĂŒgbar war.cite-ref-44[44]

Square Enix produzierte außerdem Action-Figuren, verschiedene Versionen des Soundtracks und unterschiedliche BĂŒcher zum Spiel, darunter „The Art of Final Fantasy X“, sowie drei „Ultimania“-SpielefĂŒhrer, eine Serie aus Artbook/LösungsbĂŒchern, welche von Square Enix in Japan veröffentlicht wird. Neben einer Komplettlösung des Spiels enthalten sie verschiedene Bilder zu den Spielen, Interviews mit den Entwicklern und zusĂ€tzliche Informationen zur Geschichte des Spiels. Auch in Europa wurden einige der Action-Figuren verkauft, allerdings enthĂ€lt das von Piggyback in Europa veröffentlichte Lösungsbuch neben der Komplettlösung keine Zusatzinformationen.

Literatur

‱ BentStuff: Final Fantasy X Ultimania Ω. DigiCube/Square Enix, 2001, ISBN 4-88787-021-3.
‱ Meaning and Emotion in Squaresoft’s Final Fantasy X – Abschlussarbeit von Glen R. Spoors, Edith Cowan University – Australien

Weblinks

Commons

: Final Fantasy X

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Offizielle Final Fantasy X Webseite
‱ Final Fantasy X bei IMDb
‱ Final Fantasy X bei MobyGames (englisch)
‱ Artikel im Final Fantasy Almanach

Einzelnachweise

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cite-note-44. ↑ PC Games: Final Fantasy 10/10-2 HD – PS4 gegen PS3 im interaktiven Grafikvergleich
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cite-note-4444. ↑ Playfront: Square Enix: Zahlreiche Details zu Final Fantasy X HD, neues “Creature Create”-Feature angesprochen, 15. Juni 2013, aufgerufen am 16. Juni 2013